Ayahuasca Erfahrungsbericht, August 2020

Dieses Retreat wurde von einem Huni Kuin Schamanen aus Brasilien und seiner Frau geleitet und ging über drei Tage. Es wurden in diesen drei Tagen zwei Nixi Pae Zeremonien durchgeführt. Ayahuasca heißt bei den Bewohner des brasilianischen Regenwaldes Nixi Pae, so wie es bei den kolumbianischen- und peruanischen Schamanen Yagé heißt.

Tag 1

Die Medizin der 1. Zeremonie, die, wie die 2. auch, am Tage stattfand, war nicht sehr stark und für die, die das 1. Mal Ayahuasca nahmen, ein sanfter Einstieg in die Welt des Ayahuasca’s. Mir war es ein wenig zu mild, deshalb gab es nach 1 Stunde noch 1 kleines Gläschen oben drauf.

Mit dem 2. Glas setzte dann die Kundalini ein und auch überwiegend freundliche Visionen. Ich konnte mit der Energie spielen, sie in meinem Körper auf und ab fließen lassen, sie um meinen Körper herum dirigieren und mich dabei der wundervollen Musik hingeben. Um den Energie-Peak zu erreichen, wie bei dieser Zeremonie, reichte die Kraft der Medizin nicht. Das hob ich mir für den 2. Tag auf.

Tag 2

In Erwartung einer ähnlich milden Medizin, trank ich diesmal gleich ein randvolles Glas. Schon beim Schlucken war mir klar, dass diese Medizin stärker sein wird, als den Tag zuvor. Sie war dickflüssiger und auch leicht sauer, was darauf schließen lässt, dass ihr Essig zugesetzt worden ist. Essig holt zusätzlich DMT aus den Blättern. Sie erinnerte mich ein wenig an das Yagé der Kolumbianer.

Der Bodyload kam sehr schnell. Kaum hatte ich mich in 90-Grad Position an die Wand gelehnt, spürte ich, wie alle Zellen meines Körpers anfingen zu vibrieren. Schon bald war die Energie sehr stark und aus dem Raum waren Stöhnen und Seufzer zu hören. So ziemlich jeder kämpfte mit der energetischen Gewalt diese Medizin, die obendrein auch deshalb stärker wirkte, weil man noch einen großen Teil der MAO-Hemmer vom Vortag im Körper hatte, das DMT somit unmittelbar wirken konnte.

Es war noch zu Beginn der Zeremonie, als die Energie und auch die damit einhergehenden Visionen, bei mir so stark wurden, dass mich eine leichte Unruhe befiehl. Normalerweise schnappe ich mir dann meine Rasseln und beginne im Herzrhythmus zu spielen, um wieder in den Fokus zu gelangen, aber es war noch die Phase der wundervollen, ruhigen Heilgesänge und so konnte ich nichts machen, außer mich über den Atem in den Fokus zu bringen. Ich setzte mich auf und fing an, bewusst und gleichmäßig zu atmen. Erst war mein Atem schnell, dann ließ ich ihn immer langsamer werden, was angesichts der sehr starken Energie, die mich kaum ruhig sitzen ließ, nicht so einfach war. Die Visionen waren dafür außergewöhnlich schön. Sehr viel Licht, Orange und Gold.

Ich war ca. 1 Stunde nach Einnahme des Nixipae’s energetisch an dem Punkt angelangt, wo ich am liebsten abgebrochen oder mich übergeben hätte, nur um irgendetwas zu tun, das mich ablenkt, aber von dem Ayahuasca der Brasilianer muss man nicht kotzen. Ich konzentrierte mich daher wieder auf den Atem und konnte tatsächlich in eine tiefe Trance gleiten, obwohl der Wirkungs-Höhepunkt noch nicht erreicht war. Der kam dann etwas später – gewaltig, aber schön! Ich kniete, die Handflächen Richtung Decke gedreht, auf meiner Matte und meditierte, während mein Körper von der Kundalini gekocht und mein Geist in sehr schöne und auch besondere Visionen getaucht wurde. Ich hielt die Energie aus, arrangierte mich mit ihr (zwangsläufig) und begegnete das 1. Mal in meiner Ayahuasca-„Karriere“ sogenannten Maschinen-Elfen. Der Begriff wurde von dem DMT-Pionier Terrence McKenna erfunden und beschreibt die Wesenheiten, die sie darstellen, sehr gut.

Vor mir stand bei geschlossenen Augen ein großes, metallisches Wesen, über und über mit silbernen und goldenen Fraktalen verziert und schaute mich aus tiefblauen Augen an, welche wiederum Bestandteil eines kantigen, ebenfalls mit Fraktalen überzogenen, menschlichen Gesicht waren. Er, oder sie, schaute mich lange und eindringlich an. Das Wesen wirkte freundlich und irgendwie neugierig. Dann löste es sich in Muster und Fraktale auf, die sich dann wiederum zu neuen Mustern vereinten, aber nicht wieder zu einem Maschinen-Elfen.

Nach dem Maschinen-Elfen wurde ich noch von einem Insektenwesen besucht, einer Mischung aus Libelle und Gottesanbeterin, einigen Clowns und schließlich schlenderten zwei lächelnde Kobolde an mir vorbei, mir kurz einen freundlichen Blick zuwerfend. Nach den Insekten, Clowns und Kobolden kam noch mehr Licht in das Geschehen, es ging förmlich die innere Sonne auf. Es wurde sehr hell, dazu die extreme Hitze, durch die sehr starke Kundalini. Gefühlt saß ich bereits zwei Stunden so da. Tatsächlich war es nur 1 Stunde gewesen, aber unter DMT hat man kein Zeitgefühl mehr. Sekunden können einem wie Tage erscheinen, Stunden wie Sekunden.

Es war Zeit für einen Rapé und den ließ ich mir vom Meister, dem Schamanen Txana, persönlich geben. Er gab sehr gut, kurz und kräftig. Zurück auf meinem Platz, der genau gegenüber von ihm war, löste ich mich gefühlt komplett auf. Der Rapé hatte mich teilweise aus meinem Körper befördert. Ich hatte jetzt das Gefühl, Eins zu werden, mit den Visionen, während ich gleichzeitig meinen im Schneidersitz ruhenden Körper nur noch erahnte. Nur die Kundalini spürte ich, die aber nach dem Rapé nicht mehr brannte, sondern aus meinem Körper heraus in den Raum zu strömen schien. Mit wieder geschlossenen Augen war ich inmitten eines Lichtballs, schaute in meine innere Sonne und sah rote und goldene Fraktale rechts und links an mir vorbeifliegen.

Für einen Moment schaute ich kurz auf. In dem Moment, wo ich aufschaute, übergab die Frau des Schamanen ihm den 2-jährigen Sohn. Ich sah das nur für einen sehr kurzen Moment und als ich die Augen wieder schloss, sah ich die Szene weiter, aber durch mein drittes Auge. Wie immer bei Ayahuasca, war es weit offen. Der Junge sah jetzt nicht mehr wie ein Menschenkind aus, sondern wie ein kleiner Waldgeist, ähnlich wie die Kobolde, die vorher an mir vorbeigezogen waren. Ich musste schmunzeln, weil ich es passend fand, dass der Waldschamane einen süßen, kleinen Waldgeist im Arm hält.

Tatsächlich sind wir auf spiritueller Ebene inkarnierte Spirits aller Art. So erinnere ich mich an eine Teilnehmerin eines Retreat‘s, die ich als Mantis-Wesen sah. Sie lief 2 Mal an meinem Platz vorbei und beide Male sah ich mit geschlossenen Augen eine große, violette Gottesanbeterin. Es stellte sich später heraus, dass sie ein violettes Kleid trug. Der kleine Kobold war ein süßer Waldgeist, mit großen goldenen Augen, einer hellgrünen Haut und spitzen Ohren, mit lustigen Härchen dran. Sein Körper war dünn und fragil, mit langen Fingern.

Nach dieser tiefen Trance griff ich mir meine Cabassa, spielte zur Musik und sang leise die Lieder mit. Es war sehr schön und auf diese Weise geriet ich abermals in einen langen, meditativen Zustand, in welchem ich nur noch rasselnde und summende Hülle war, während mein Geist in wunderschönen Fraktalen und heiliger Geometrie versank. Die Zeremonie dauerte 7 Stunden! Fünf davon war ich im Ayahuasca- und Kundalini Space. Eine sehr intensive Erfahrung.

Fazit:
Einfach nur liebevoll und schön – kaum zu beschreiben! Ich konnte abermals intensiv mit der Kundalini-Energie arbeiten und hatte es noch nie geschafft, so lange ruhig da zu sitzen und mich der sehr starken Energie vertrauensvoll hinzugeben. Körperlich denkt man in dem Moment, man verbrennt oder löst sich in seine Moleküle auf. Aber die Kundalini ist eine intelligente und wohlwollende Energie. Sie gibt einem immer nur so viel, wie man aushalten kann und wie man gerade braucht. Nachdem ich drei Wochen lang Antibiotika gegen eine Borreliose nehmen musste, brannte und schwemmte sie das ganze Pharma-Gift aus meinem Körper. Auch aus meinem Energiekörper.

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