Der Lichtkreis

Im Juni diesen Jahres (2018) hatte ich nach etwas über einjähriger Pause wieder an zwei Ayahuasca-Zeremonien teilgenommen. Davon abgesehen, dass sie sehr schön und liebevoll gestaltet waren und auch der Schamane und sein Betreuer-Team großartige Arbeit geleistet hatten, gab es für mich keine besonderen Erkenntnisse. Was den energetischen Aspekt angeht, so kann ich die kosmische Energie, das Prana der Kundalini, mittlerweile auch ohne Ayahuasca oder andere Mittel aktivieren. Es war ein jahrelanger Prozess und heute reicht eine 1-2 stündige Meditation, um mich selbst in ein Feld aus alles durchströmender Energie zu betten. Von daher gab es nur in Bezug auf die erlebten Visionen etwas Neues.

Das erste Mal hatte ich während einer Zeremonie eine immer wiederkehrende Vision. Egal, ob ich zwischendurch mal raus in den Garten bin, um in den wunderschönen Sternenhimmel zu schauen, oder ob ich einfach mal für ein paar Minuten die Augen geöffnet hatte, um mich von den gleißend hellen Lichtvisionen „zu erholen“ – immer, wenn ich mich wieder hinsetzte, bzw. die Augen wieder schloss, hatte ich im oberen Sichtfeld die Vision eines aus hunderten um sich selbst rotierenden Kristallen bestehenden, dreifarbigen Lichtrades, dass sich schnell drehte (gegen den Uhrzeigersinn). Die Farben waren Rosa, Weiß und Hellblau. Ich hatte die Lichtrad-Vision übrigens in beiden Nächten, auch das ist ungewöhnlich. Zwei identische Visionen in aufeinanderfolgenden Zeremonien hatte ich noch nie und ich habe alle meine Zeremonien genau dokumentiert.

Das Lichtrad drehte sich scheinbar über meinem Kopf. Gleichzeitig stiegen weiß-blau-rote Blasen links und rechts vom Kin aus der Halsgegend auf. Die Kristalle des Lichtrades waren so hell, dass ich es nie lange aushielt, mich darauf einzulassen – so blendeten sie. Einmal hielt ich länger stand, als mir durch das Lichtrad schwindelig wurde, da öffnete ich dann wieder die Augen. Es gab Phasen, wo die Wirkung des Ayahuascas nachließ und ich nur noch milde Visionen in der Art von hypnagogischen Bildern hatte, wie man sie vom Einschlafen her kennt. Da Ayahuasca aber in Wellen wirkt, folgten immer wieder kurze Phase von hoher Intensität, wo dann auch das Lichtrad wieder zu sehen war. Die Lichteffekte aus dem Halsbereich waren nicht immer zu sehen.

Für mich stellt sich die Frage, was das Lichtrad war? Es könnte das Kronenchakra gewesen sein, oder auch das Stirnchakra. Ich denke, es war auf jeden Fall etwas zu mir gehörendes, nichts, dass von außen kam. Etwas, das aktiviert wurde und vom visuellen Kortex, der ja unter DMT-Einfluss mit sämtlichen Bereichen des Gehirns kommuniziert, eine visuelle Entsprechung erfuhr. Dafür spricht, dass ich das Lichtrad seit der Zeremonien immer mal wieder beim Einschlafen sehe, oder bei tiefen Meditationen – sehr viel schwächer allerdings und auch nur für wenige Sekunden.

Ich tendiere dahin, anzunehmen, dass das Lichtrad die visuelle Entsprechung meines Stirnchakras war/ist und die Lichtblasen die meines Kehlkopfchakras. Es kann sein, dass ich durch die letzten Zeremonien eine „Leitung“ von den Chakren zum Sehzentrum gelegt habe, da ich zunehmend bei Meditationen optische Effekte dieser Art erfahre, wenn auch in sehr viel milderer Form, als unter dem Einfluss von DMT und Harmin/Harmalin. Ich werde das weiter beobachten.

Disclaimer:

Psychedelische Erfahrungen sind sehr individuell und persönlich. Sie sind weder verallgemeinerbar, noch können sie generalisiert werden. Vieles, was einem im Zustand der Trance real erscheint, ist es nicht und so manches, das uns als Illusion vorkommt, ist sehr wahrscheinlich real. Die Grenzen sind fließend, so wie ein Teil der Wissenschaft behauptet, wir würden in einem Hologramm leben und andere diese Idee für Spinnerei halten. Der Einzige, der die Wahrheit kennt, ist Gott. Und da beginnt die nächste spannende Frage: Wer ist Gott?

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